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IPETEE

Web2.0 Usern wird häufig vorgeworfen, dass sie freiwillig auf alle hart erkämpften datenschutztechnischen Freiheitsrechte verzichten und damit die zurecht harten Fronten, die sich gegen Überwachung richten schwächen. Dabei werde aber mehrere Dinge vermischt.

Zum einen wäre da der Content den ich als User bewusst veröffentlichen möchte. Die Kontrolle darüber was public wird und was nicht liegt dabei ausschliesslich bei mir.

Weiters ist mir bewusst dass die meisten meiner Klicks auf Webshops und ähnlichen Systemen mitgetracked werden um aus den gewonnenen Informationen ein Profil meiner Surf- und Kaufgewohnheiten zu erstellen. Auch das stört mich nicht, da mich zielgerichtete Werbung in der Regel weniger nervt als breit gestreute Adds. Zudem führen Ähnlichkeitsvorschläge  häufig dazu dass ich auf interessantes neues Material (Musik, Literatur, Filme) etc. stosse dass mir sonst verborgen geblieben wäre.

Der dritte Bereich - und hier wird es kritisch - sind Nachrichten die ich über das Netz verschicke. Technisch gesehen also Datenpakete die zusammengesetzt vom Mailtext bis zum Torrentfragment unterschiedlichste Informationen enthalten können. Da derzeit praktisch 99,9% des Netztraffics unverschlüsselt übertragen wird kann praktisch jeder technisch versierte "Schurke" mitlesen was ich wann an wen sende und empfange. Im "besten" Fall ist das ein gelangweilter Sysadmin meines Internetproviders, ein Nachbar dem es gelungen ist den Traffic des gesammten Telekabel RUS mitzusniffen, oder aber im schlimmsten Fall ein automatisierter Mechanismus im Rahmen einer präventiven Vorratsdatenspeicherung einer nationalen oder aussernationalen Behörde. Das ist genau die Ebene auf der Datenschutzgesetze wirksam werden und schützend eingreifen (sollten). Da die aktuelle und vergangene Innenpolitik  hier national wie international unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung auf ganzer Linie versagt bleibt nur noch der Ausweg auf technischer Ebene auf flächendeckende End-to-End Verschlüsselung zu setzen. Derartige Mechanismen sind schon längst ausgereift und z.B. auch schon integraler Bestandteil auf einer tiefen Netzwerkebene von IPv6. Aus welchen Gründen auch immer scheint es aber aus aktueller Sicht noch Jahre zu dauern, bis IPv6 flächendeckend eingeführt ist. 

Auch aus den oben genannten Gründen haben die Jungs von The Pirate Bay ein neues Projekt gestartet welches End 2 End Verschlüsselung erlaubt.  IPETEE ist dabei vom Ansatz ein Network Stack Filter der im Stack zwischen Application Layer  und IP Layer liegt, also sowohl  für Appliaktionen als auch "von unten" Betrachtet für den IP Layer völlig transparent ist. Sehr begrüssenswertes Projekt dass hoffentlich bald verwendbare Implementierungen aufweist.

Nachtrag aus traugrig aktuellem Anlass: ua berichtet helge

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